Was sich geändert hat
Spaniens Gesetz für nachhaltige Mobilität (Ley 9/2025) wurde am 4. Dezember 2025 veröffentlicht. Es führte eine verbindliche Pflicht für Unternehmen ein, für jeden qualifizierenden Arbeitsstandort einen Plan de Movilidad Sostenible al Trabajo (PMST), einen nachhaltigen Pendlerplan, zu erstellen.
Der ursprüngliche Zeitplan gab Unternehmen 24 Monate, bis Dezember 2027. Das gilt nicht mehr.
Das Königliche Gesetzesdekret 7/2026 (Real Decreto-Ley 7/2026) hat den Zeitplan auf nur 12 Monate ab Inkrafttreten des Gesetzes verkürzt. Die neue Frist ist der 5. Dezember 2026. Noch rund 8 Monate.
Die Nichteinhaltung wird als geringfügiger Verstoß eingestuft, mit Bußgeldern zwischen 101 € und 2.000 € pro Verstoß. Das Bußgeld gilt pro Standort, nicht pro Unternehmen, was sich bei Organisationen mit mehreren Standorten schnell summiert.
Wer muss die Vorgaben erfüllen
Das Gesetz gilt pro Arbeitsstandort, nicht pro Rechtseinheit. Das überrascht viele Unternehmen.
Jeder Standort mit mehr als 200 Beschäftigten braucht einen eigenen PMST. Ebenso jeder Standort mit mehr als 100 Beschäftigten pro Schicht, deren gewöhnlicher Arbeitsplatz dieser Standort ist.
Ein Unternehmen mit vier großen Büros in Spanien benötigt vier separate Pläne, jeweils auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten. Standorte mit über 1.000 Beschäftigten in Gemeinden mit mehr als 500.000 Einwohnern (Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla, Saragossa oder Málaga) unterliegen zusätzlichen Anforderungen zur Reduzierung des Verkehrs in Spitzenzeiten.
Was der PMST enthalten muss
Artikel 26 des Gesetzes verlangt ein strukturiertes Dokument mit zwei Pflichtphasen.
Phase 1: Diagnose. Sie müssen erfassen, wie Ihre Mitarbeitenden derzeit pendeln. Das bedeutet: Daten zu Verkehrsmitteln, Entfernungen, Schichtmustern, wahrgenommenen Hindernissen für nachhaltige Alternativen und Sicherheitsrisiken beim Pendeln erheben.
Phase 2: Konkrete Maßnahmen. Der Plan muss echte nachhaltige Mobilitätslösungen enthalten, priorisiert nach Wirkung gemäß einem Hierarchieprinzip: aktive Mobilität (Radfahren, Gehen), organisierter Kollektivtransport, emissionsarme Mobilität, Fahrgemeinschaften, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Telearbeit wo möglich und Verkehrssicherheitsmaßnahmen.
Der PMST muss mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt, im EDIM (Spaniens integrierter Mobilitätsdatenplattform) registriert und alle zwei Jahre durch einen Pflicht-Folgebericht überprüft werden. Das Gesetz schafft zudem die Rolle des Mobilitätsmanagers für stark frequentierte Standorte.
Der Datenzusammenhang, den die meisten Unternehmen übersehen
Das macht diese Verordnung anders als eine isolierte Mobilitätsübung.
Wenn Ihr Unternehmen bereits Scope-3-Kategorie-7-Emissionen nach dem GHG-Protokoll misst (Pendeln der Mitarbeitenden), erfasst Ihre Mobilitätsumfrage bereits einen erheblichen Teil der Daten, die die PMST-Diagnose erfordert: Verkehrsmittel, Entfernungen und Häufigkeiten.
Ein einziger Datenerhebungsprozess kann zwei Compliance-Ziele bedienen: Ihr CO₂-Fußabdruck-Reporting und die obligatorische PMST-Diagnose. Unternehmen, die beides als getrennte Arbeitsstränge behandeln, verbringen die doppelte Zeit mit Mitarbeiterbefragungen, Datenverarbeitung und Berichtserstellung, um zum selben Ergebnis zu gelangen.
Wer beides integriert, erhält genauere Daten, schnellere Compliance und ein klareres Bild davon, wo Mobilitätsverbesserungen die größten Emissionsreduktionen bewirken.
Was Sie diese Woche tun sollten
Beginnen Sie damit, Ihre vorhandenen Daten zu prüfen.
Überprüfen Sie, was Ihre aktuellen Scope-3-Kategorie-7-Berechnungen erfassen. Wenn Sie bereits eine Mobilitätsumfrage für Ihren CO₂-Fußabdruck durchführen, vergleichen Sie diese mit den Anforderungen der PMST-Diagnose. Die typischen Lücken sind Schichtdaten, Gründe für die Verkehrsmittelwahl und wahrgenommene Pendelrisiken. Ergänzen Sie die PMST-spezifischen Fragen in Ihrem nächsten Befragungszyklus.
Wenn Ihr Unternehmen Standorte mit mehr als 200 Beschäftigten in Spanien betreibt, ist jetzt der Zeitpunkt zu handeln. Acht Monate vergehen schnell, wenn man Gewerkschaftsverhandlungen, behördliche Registrierung und den obligatorischen Folgebericht einrechnet.
Demo vereinbaren, um zu sehen, wie die Mobilitätsumfrage von Dcycle als Grundlage sowohl für Ihr Scope-3-Reporting als auch für die PMST-Diagnose dient.