ESRS “Quick Fix”: weniger Aufwand, gleiche Pflicht
Die Europäische Kommission hat Aktualisierungen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) eingeführt, um den ersten Berichtszyklus auf Basis des Geschäftsjahres 2024 zu erleichtern. Unternehmen berichten 2025 über die Aktivitäten von 2024.
Die Änderungen reduzieren den initialen Aufwand, heben Berichtspflichten aber nicht auf. Zentrale Anpassungen sind verlängerte Übergangsregelungen, der Entfall freiwilliger Offenlegungen und die Ausweitung von Phase-in-Maßnahmen auf große Unternehmen, die zuvor nur für KMU galten.
Was ist der ESRS “Quick Fix”?
Am 12. Juli 2025 verabschiedete die Europäische Kommission ein “Quick Fix”-Paket zur Anpassung des ersten ESRS-Sets. Dieses technische Update vereinfacht die Compliance im ersten Jahr für Unternehmen, die die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erstmals anwenden.
Was sich geändert hat
Verlängerte Offenlegungsfristen
Unternehmen können die Berichterstattung zu ausgewählten Themen bis 2026 verschieben, darunter finanzielle Auswirkungen von Klimarisiken, Biodiversitätseffekte und Beschäftigte in der Wertschöpfungskette.
Erweiterte Übergangsmaßnahmen
Bisher nur für börsennotierte KMU verfügbar, gelten Phase-in-Optionen nun auch für große Unternehmen der Wave One, also Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden oder bestehender NFRD-Pflicht.
Entfall freiwilliger Angaben
Alle freiwilligen “may disclose”-Datenpunkte wurden gestrichen, um Klarheit und Konsistenz zu stärken.
Geplante Überarbeitung 2027
EFRAG arbeitet an einer größeren Vereinfachung, die voraussichtlich die erforderlichen Datenpunkte um 66 % reduziert.
Was unverändert bleibt
- Die CSRD bleibt in Kraft
- Nichtfinanzielle Berichte (NFS) bleiben bis 2026 verpflichtend
- Wave-One-Unternehmen müssen 2025 weiterhin für das Geschäftsjahr 2024 berichten
- Anforderungen an Datenrückverfolgbarkeit und Konsistenz bleiben bestehen
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Unternehmen sollten ihren Wave-One-Status bestätigen, verfügbare Erleichterungen nutzen, ohne Infrastrukturaufbau zu verzögern, Datenrückverfolgbarkeit von Anfang an etablieren und Silos aufbrechen, indem sie Nachhaltigkeitsdaten mit Finanzen, Einkauf, HR und Compliance verbinden.
So sehen wir es bei Dcycle
Das ist keine Verzögerung. Es ist die Chance, intelligentere Systeme aufzubauen.
Das Ziel liegt auf der Steuerung der berichteten Daten, nicht auf mehr Berichtsvolumen. Dcycle ermöglicht Unternehmen, Umweltdaten zu zentralisieren, die ESRS-Struktur automatisch anzuwenden, Berechnungen und Quellen nachzuverfolgen und Informationen für CSRD, nichtfinanzielle Berichte, CDP, Kundenanfragen und Audits wiederzuverwenden.